Was sind Schulden?
Worauf du bei Schulden achten solltest und wann du dir Hilfe suchen solltest.
Was sind Schulden?
Schulden entstehen, wenn du dir Geld von einer Person oder Institution leihst und es zurückzahlen musst. Auch wenn du ein Produkt oder eine Dienstleistung erst später bezahlst, hast du eine Schuld. In den meisten Fällen zahlst du zusätzlich Zinsen auf den geliehenen Betrag (zur Lektion über Zinsen).
Schulden: nicht automatisch ein Problem
Nicht jede Schuld ist problematisch. Solange du deine Zahlungen zuverlässig leisten kannst, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Manche Schulden sind so verbreitet, dass sie kaum noch als solche wahrgenommen werden.
Beispiele sind eine Hypothek oder ein Studienkredit. Millionen Menschen haben eines von beidem – oder sogar beides.
Wann Schulden problematisch werden
Schulden werden dann zum Problem, wenn du sie inklusive Zinsen nicht mehr zurückzahlen kannst. Du erhältst Mahnungen, und zusätzliche Kosten können schnell anfallen. Gebühren für Mahnschreiben oder Inkassodienste werden meist dir in Rechnung gestellt. Dadurch steigt deine Gesamtverschuldung weiter an.
Bleiben Zahlungen dauerhaft aus, kann es sogar zu einem gerichtlichen Verfahren kommen. Wurde eine Sicherheit hinterlegt, darf der Kreditgeber diese verwerten, wenn die Rückzahlung ausbleibt.
Kreditregister und Bonität
Auch wenn deine Schulden unproblematisch sind, beeinflussen sie deine finanzielle Situation. In Deutschland werden viele Kredite und Finanzierungen bei der SCHUFA registriert.
Die SCHUFA sammelt Informationen über bestehende Kredite, Kreditkarten, Leasingverträge oder Ratenkäufe und erstellt daraus eine Einschätzung deiner Kreditwürdigkeit – auch Score genannt. Dieser Score soll zeigen, wie wahrscheinlich es ist, dass du einen Kredit zuverlässig zurückzahlst.
Wenn du einen neuen Kredit beantragst, prüft die Bank in der Regel deine bei der SCHUFA hinterlegten Daten. Hast du bereits mehrere laufende Kredite oder negative Einträge, kann es sein, dass du weniger Geld leihen darfst oder dein Antrag abgelehnt wird.
Welche Schulden werden registriert?
Schulden die sich auf deinen SCHUFA-Score auswirken können:
- eine Hypothek
- ein Ratenkredit
- eine Kreditkarte
- ein Dispokredit
- Autofinanzierung oder Leasing
- versäumte Zahlungen bei offiziellen Kreditverträgen
Meist nicht registrierte Schulden:
- informelle Darlehen von Freunden oder Familie
- privat geliehene Beträge ohne offiziellen Kreditvertrag
Das alles sind Schulden:
Dein Dispokredit
Ist dein Konto im Minus, schuldest du deiner Bank Geld. Du hast mehr ausgegeben, als auf dem Konto verfügbar war. In der Regel fallen dafür Zinsen an.
Buy now, pay later
Wenn du etwas kaufst und in Raten bezahlst, zum Beispiel ein Handy im Vertrag, leihst du dir faktisch Geld. Solange der Gesamtbetrag nicht vollständig beglichen ist, besteht eine Schuld.
Geschäftskredit
Hast du eine geschäftliche Kreditkarte oder eine Kreditlinie mit Limit, gilt das ebenfalls als geliehenes Geld. In vielen Fällen können solche Vereinbarungen ebenfalls registriert werden, insbesondere wenn du persönlich haftest.
Was tun bei Schuldenproblemen
Schuldenprobleme können sich schnell verschärfen. Reagiere daher frühzeitig, wenn du merkst, dass dir die Rückzahlung schwerfällt.
Mögliche Schritte:
- Kontaktiere deinen Kreditgeber und erkläre deine Situation. Oft gibt es temporäre Lösungen oder Zahlungsvereinbarungen.
- Wende dich an eine kostenlose Schuldnerberatung. In Deutschland bieten viele gemeinnützige Organisationen und kommunale Beratungsstellen Unterstützung an.
- Kontaktiere deine Stadt oder Gemeinde. Viele Kommunen bieten offizielle Schuldner- oder Insolvenzberatung an.
Fig. 1 Schulden abbezahlen
Zum Merken:
- Du hast Schulden, wenn du Geld leihst oder etwas kaufst und später bezahlst.
- Werden Schulden problematisch, können Kosten schnell steigen.
- Handle frühzeitig, wenn du merkst, dass du Schwierigkeiten hast – je früher, desto besser.
Welche der folgenden Optionen ist keine Schuld?
