Warum Geld einen Wert hat
Geld ist wertvoll. Aber wie wird dieser eigentlich festgelegt?
Wert durch Gewicht
Der Wert von Geld war schon immer eine Frage von Vereinbarungen: Man musste sich darauf einigen, dass eine bestimmte Menge Geld einer bestimmten Menge Produkte oder Dienstleistungen entspricht. Früher wurden diese Absprachen durch etwas Physisches gestützt.
Nehmen wir Münzen. Früher bestanden sie aus Edelmetallen wie Gold, Silber oder Kupfer. Der Wert einer Münze entsprach genau dem Gewicht des Edelmetalls, aus dem sie bestand.
Wenn man wissen wollte, wie viel eine Münze wert war, musste man sie eigentlich nur wiegen, und prüfen, ob das Metall von guter Qualität war. Münzen hatten also inneren Wert: Ihr Wert lag direkt in der Münze selbst.
Fig. 1 Wie Geld im Laufe der Geschichte bewertet wurde
Wert durch Gewicht
Der Wert von Geld war schon immer eine Frage von Vereinbarungen: Man musste sich darauf einigen, dass eine bestimmte Menge Geld einer bestimmten Menge Produkte oder Dienstleistungen entspricht. Früher wurden diese Absprachen durch etwas Physisches gestützt.
Nehmen wir Münzen. Früher bestanden sie aus Edelmetallen wie Gold, Silber oder Kupfer. Der Wert einer Münze entsprach genau dem Gewicht des Edelmetalls, aus dem sie bestand.
Wenn man wissen wollte, wie viel eine Münze wert war, musste man sie eigentlich nur wiegen, und prüfen, ob das Metall von guter Qualität war. Münzen hatten also inneren Wert: Ihr Wert lag direkt in der Münze selbst.
Der Goldstandard
Heute bestehen Münzen nicht mehr aus Edelmetallen. Auch das Papier von Banknoten oder digitales Geld hat für sich genommen kaum Wert. Warum ist Geld trotzdem wertvoll?
Früher sorgte der sogenannte Goldstandard dafür: Jede Münze oder jeder Geldschein repräsentierte eine festgelegte Menge Gold oder Silber, die in Tresoren gelagert wurde. Diese Verbindung zu physischen Reserven gab dem Geld seinen Wert.
Die Einführung des Papiergeldes
Die erste bekannte Form von Papiergeld stammt aus dem 7. Jahrhundert in China. Händler mussten damals oft große Summen an die Großhändler zahlen, bei denen sie ihre Waren einkauften. Um nicht mit schweren Säcken voller Kupfermünzen herumlaufen zu müssen, gaben sie den Großhändlern stattdessen Wechselbriefe. Auf diesen Briefen stand, dass der Großhändler Anspruch auf eine bestimmte Menge Münzgeld hatte.
Der Marktwert
Heute hängt der Wert von Geld nicht mehr von Gold oder Silber ab. Geld hat seinen Wert, weil Regierungen dahinterstehen, Zentralbanken die Geldmenge steuern und die gesamte Gesellschaft es als Zahlungsmittel akzeptiert.
Sein Wert verändert sich durch Angebot und Nachfrage auf dem Geldmarkt, wo mit Währungen gehandelt wird. Gibt es zum Beispiel viel Nachfrage nach dem Euro, steigt sein Wert. Bei geringerer Nachfrage fällt er entsprechend. Der aktuelle Preis einer Währung wird auch als Marktwert bezeichnet.
Was ist der Marktwert?
Der Marktwert ist der Preis, zu dem etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt verkauft werden kann. Er ergibt sich daraus, was Menschen bereit sind, in diesem Moment dafür zu zahlen.
Ein stabiler Geldwert
Es ist wichtig, dass der Wert von Geld stabil bleibt. Sonst könnte es passieren, dass derselbe Einkauf heute 20 € kostet und morgen schon 50 €.
Um das zu verhindern, haben Länder und Regionen ihre Zentralbanken damit beauftragt, den Wert ihrer Währung zu sichern. In Europa sorgt die Europäische Zentralbank (EZB) dafür, dass die Preise im Durchschnitt nicht mehr als 2 % pro Jahr steigen.
Durch diese Stabilität schaffen die Zentralbanken Vertrauen in Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen und Bürger müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Geld plötzlich an Wert verliert, und können daher langfristig planen.
Was ist eine Zentralbank?
Zentralbanken sind öffentliche Einrichtungen, die das Geld eines Landes oder einer Ländergruppe verwalten. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, den Wert des Geldes stabil zu halten. Dafür haben sie die Befugnis, bei Bedarf eigenständig einzugreifen.
Beispiele für Zentralbanken:
- Deutsche Bundesbank (BBk) für Deutschland
- Europäische Zentralbank (EZB) für die Eurozone
- Federal Reserve (Fed) für die Vereinigten Staaten
Über Gold, Dollar, ein Skidorf und ein französisches Kriegsschiff
Nach dem Zweiten Weltkrieg war 1 US-Dollar über viele Jahre hinweg 0,03 Unzen Gold wert. Das hatten die Länder untereinander vereinbart. Doch diese Vereinbarung hielt nicht dauerhaft – sehr zum Ärger des französischen Präsidenten…
1944 trafen sich Vertreter von 44 Ländern im amerikanischen Skidorf Bretton Woods. Darunter waren unter anderem die Niederlande und Großbritannien. Ziel war es, Pläne für die Weltwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu entwickeln – Pläne, die vor allem Stabilität bringen sollten.
Die Länder einigten sich unter anderem darauf, dass der US-Dollar die Währung des internationalen Handels wird. Länder, die miteinander Handel treiben wollten, mussten künftig den Dollar verwenden. Die Dollar waren an Gold gekoppelt, das die amerikanische Zentralbank (Fed) in Tresoren aufbewahrte. 1 Unze (28,35 Gramm) Gold hatte einen Wert von 35 $. Ein Dollar entsprach somit 0,03 Unzen Gold – immer und überall.
Risse im System
Die Bretton-Woods-Vereinbarungen sorgten nach dem Krieg zunächst für stabile Preise. Doch mit der Zeit traten Risse auf. In den 1960er-Jahren druckten die USA immer mehr Dollar, unter anderem, um die hohen Kosten des Vietnamkriegs zu decken. Die Vereinbarung, dass 1 Unze Gold 35 $ wert sei, geriet dadurch zunehmend unter Druck.
Pompidous Kriegsschiff
Einige Länder wollten deshalb ihre US-Dollar gegen Gold eintauschen. Problem: Die Amerikaner hatten nicht genug Gold mehr. Sie hatten nicht nur zusätzliche Dollar gedruckt, sondern auch Gold verkauft, anstatt es zu kaufen, um den Wert der neuen Dollars zu sichern. Der französische Präsident Pompidou war darüber wenig erfreut und schickte ein Kriegsschiff nach New York, um das Gold abzuholen, das Frankreich in den USA gelagert hatte.
Nixon-Schock
1971 beschloss der US-Präsident Nixon, die Bindung des Dollars an Gold aufzuheben. Im Fernsehen kündigte er das Ende dieser Regelung an. Von diesem Zeitpunkt an – heute als „Nixon-Schock“ bekannt – gibt es praktisch keine Währungen mehr, deren Wert direkt an Edelmetalle gekoppelt ist.
Zum Merken
- Was den Wert von Geld bestimmt, hat sich im Laufe der Zeit verändert
- Heute wird der Wert von Geld durch Angebot und Nachfrage bestimmt
- Zentralbanken sorgen dafür, dass der Wert des Geldes stabil bleibt
Was bedeutet es, wenn Geld durch physische Reserven gedeckt ist?
