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Lektion 3.2

Einkommensteuer einfach erklärt

Das wichtigste Rund um die Einkommenssteuer.

30 min
Quiz

Welche Einnahmen werden besteuert?

Der Name verrät schon viel: Einkommensteuer zahlst du auf deine Einnahmen. Zum Beispiel auf dein Gehalt, wenn du angestellt bist.. Auch andere Einnahmen können steuerpflichtig sein, etwa Unterhaltszahlungen oder Renditen aus Investitionen.

In Deutschland gilt: Einkommensteuer wird auf alle Einkünfte erhoben, die unter eine der sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes (EStG) fallen.

Das zu versteuernde Einkommen (zvE) wird berechnet, indem alle Einkünfte zusammengerechnet werden. Davon werden anschließend bestimmte Ausgaben abgezogen, zum Beispiel Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen.

Steuersatz und Tarifzonen

Sobald du dich mit der Einkommensteuer beschäftigst, begegnen dir die Begriffe Steuersatz und Tarifzonen.Der Steuersatz sagt, wie viel Prozent Steuern du zahlst.Die Tarifzonen bestimmen, welcher Steuersatz für dich gilt, je nach Familienstatus (ledig, verheiratet, alleinerziehend).

In Deutschland ist der Steuersatz progressiv. Das bedeutet: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Steuersatz. Bis zum Grundfreibetrag fällt jedoch keine Einkommensteuer an um niedrige Einkommen zu entlasten.

Für Ledige (Tarif 1)  sehen die Tarifzonen im Jahr 2026 vereinfacht so aus (Quelle):

Steuersatz

Einkommen (2026) 

Steuersatz (2026)

Grundfreibetrag

bis 12.348 Euro

0%

Progressionszone 1

bis 17.799 Euro

14 - 24%

Progressionszone 2

bis 69.878 Euro

24 - 42%

Spitzensteuersatz

bis 277.825 Euro

42%

Reichensteuer

ab 277.826 Euro

45%

 

Achte darauf: Steuererklärungen gelten immer für das Vorjahr. Die Tarife von 2026 gelten also bei der Erklärung, die du 2027 einreichst.

Ein häufiger Denkfehler

Ein häufiger Fehler ist zu denken: Wenn ich in der 42-%-Stufe bin, zahle ich auf mein gesamtes Einkommen 42 % Steuern.

Das stimmt nicht.

Dein Einkommen wird in mehrere Stufen aufgeteilt, und jede Stufe wird mit ihrem eigenen Steuersatz besteuert. Das bedeutet zum Beispiel: Wenn jemand 60.000 € im Jahr verdient, bleibt ein Teil des Einkommens steuerfrei (der Grundfreibetrag). Auf weitere Teile gelten niedrigere Steuersätze, bevor schließlich höhere Steuersätze greifen.

Ehegattensplitting: Funktionsweise und Kritik

Beim Ehegattensplitting geben Ehepaare eine gemeinsame Steuererklärung ab. Im Grunde wirft das Finanzamt beide Verdienste in einen Topf. Dann wird halbiert. Am ende zahlt jeder genau für die Hälfte an Steuern.Vor allem wenn ein Partner sehr viel und der andere sehr wenig verdient. Lässt sich dadurch einiges an Steuern sparen.

Das Ehegattensplitting steht allerdings auch in der Kritik. Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) kann das System einen Anreiz schaffen, dass ein Partner – häufig Frauen – weniger arbeitet, weil der Steuervorteil besonders groß ist, wenn die Einkommen stark unterschiedlich sind.

Alltags-Szenario

Sophie verdient 60.000 € im Jahr, David nur 5.000 €.
Ohne Ehegattensplitting zahlt Sophie rund 15.200 € Steuern, David fast nichts.
Zusammen: 15.200 €.

Mit Ehegattensplitting wird ihr Einkommen zusammengelegt: 65.000 €, also 32.500 € pro Person.
Darauf fallen jeweils etwa 5.450 € Steuern an.
Zusammen: 10.900 €.

Durch das Splitting sparen Sophie und David rund 4.300 € im Jahr. (Quelle)

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