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Lektion 1.3

Wie Geld geschaffen wird

Der Text erklärt, wie Zentralbanken und Geschäftsbanken Geld schaffen.

20 min
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Zwei Arten von Banken

Man unterscheidet grob zwischen zwei Arten von Banken: Zentralbanken und Geschäftsbanken. Beide schaffen Geld, nur auf unterschiedliche Weise.

  • Zentralbanken sind öffentliche Einrichtungen, die das Geld eines Landes oder einer Ländergruppe verwalten. Beispiele dafür sind die Europäische Zentralbank (EZB) für die Eurozone, die Deutsche Bundesbank (BBk) für Deutschland und die Federal Reserve (Fed) für die USA.
  • Geschäftsbanken sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die Gewinne erzielen wollen. Sie verdienen Geld, indem sie Kredite vergeben, Giro- und Sparkonten anbieten und weitere Finanzdienstleistungen bereitstellen. Bekannte Beispiele sind die Deutsche Bank oder die ING. 

Zentralbanken und Bargeld

Zentralbanken sind dafür zuständig, Bargeld zu schaffen, also Münzen und Banknoten. In der Eurozone funktioniert das so:

  • Banknoten werden von den Zentralbanken der Euroländer gedruckt, zum Beispiel von der Deutschen Bundesbank in Deutschland (BBk). Die Europäische Zentralbank (EZB) überwacht die im Umlauf befindliche Geldmenge und stellt sicher, dass die nationalen Zentralbanken korrekt arbeiten.
  • Münzen werden von den nationalen Regierungen der Euroländer geprägt. Die EZB genehmigt die Menge der ausgegebenen Münzen, während die Europäische Kommission die gesamte Koordination rund um Münzen übernimmt.
Wusstest du schon?

So werden deutsche Münzen geprägt

In Deutschland übernehmen fünf staatlichen Prägestätten das Herstellen der Münzen: Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J). Der jeweilige Buchstabe auf einer Euro-Münze zeigt dir, aus welcher Münzstätte sie stammt. Wenn du also das nächste Mal Kleingeld in der Hand hältst, kannst du selbst nachschauen, wo deine Münze geprägt wurde.

Geschäftsbanken und Buchgeld

Geschäftsbanken geben keine Münzen oder Banknoten heraus. Stattdessen schaffen sie sogenanntes Buchgeld (Giralgeld). Dieses Geld kannst du nicht anfassen. Es existiert nur digital und entsteht vor allem dann, wenn Kredite vergeben werden.

Fig. 1 Wie Banken Geld schaffen

Alltags-Szenario

Sophie und David kaufen ihr erstes Haus. Sie haben ein schönes Haus aus den 1930er-Jahren gefunden und möchten 350.000 Euro von der Bank leihen.

Die Bank prüft zunächst ihre finanzielle Situation. Verdienen sie genug? Ist ihr Einkommen stabil? Haben sie bestehende Schulden?

Da ihre finanzielle Lage solide ist, genehmigt die Bank den Kredit. Sie hält fest, dass Sophie und David 350.000 Euro schulden. In diesem Moment schafft die Bank 350.000 Euro Geschäftsbankgeld. Dieses Geld existiert nur digital als Zahl auf einem Konto. Kurz darauf erscheint der Betrag auf ihrem Bankkonto, und sie nutzen ihn, um das Haus zu kaufen.

Da Geschäftsbankgeld im Grunde auf einer Vereinbarung basiert, verschwindet es auch wieder, wenn der Kredit zurückgezahlt wird:

Alltags-Szenario

Einige Monate später zahlen Sophie und David jeden Monat einen Teil ihres Kredits zurück. Jede Rückzahlung verringert zwei Dinge gleichzeitig: ihre Restschuld und die Menge an Geschäftsbankgeld, die durch diesen Kredit entstanden ist.

Mit jeder Tilgung reduziert die Bank denselben Betrag in ihrer Bilanz. Sobald der Kredit vollständig zurückgezahlt ist, existieren die ursprünglich geschaffenen 350.000 Euro nicht mehr. Das Geld verschwindet, weil die Schuld, durch die es entstanden ist, beglichen wurde.

Zum Merken:

  • Bargeld kannst du physisch in der Hand halten. Für seine Ausgabe sind die Zentralbanken verantwortlich
  • Geschäftsbanken schaffen Geld durch die Vergabe von Krediten. Dieses Buchgeld (Giralgeld) existiert nur digital.
  • Wenn Kredite zurückgezahlt werden, verschwindet das dadurch geschaffene Geld wieder aus dem Wirtschaftskreislauf.
Teste dein Wissen

Sophie und David leihen sich 350.000 € von der Bank, um ihr Haus zu kaufen. Sie verwenden 325.000 € für den Hauskauf und legen die verbleibenden 25.000 € für Renovierungen zurück.

Im Rahmen der Renovierung engagieren sie einen Fliesenleger für einen Auftrag über 5.000 €. Der Fliesenleger erhält die 5.000 € und entscheidet, wie er sie verwendet. Er legt 3.500 € auf sein Sparkonto, nutzt 900 € für die Miete per Dauerauftrag, hebt 50 € in bar für den bevorstehenden Geburtstag seines Neffen ab und behält die restlichen 550 € auf seinem Girokonto.

Wann wurde in diesem Beispiel neues Geld geschaffen?

Als Sophie und David für die Renovierung bezahlt haben Als der Fliesenleger die 5.000 € erhalten hat
Als die Bank die Hypothek über 350.000 € bewilligt und auf ihrem Konto verbucht hat
Als die 50 € in bar abgehoben wurden
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