Geld

Was ist eine Inflation?

20 August, 2021 - von Nele

7 min

Vielleicht ist dir auf einem Flohmarkt schon einmal ein Geldschein aufgefallen, der einen Wert von mehreren Millionen Mark hat? Was heute eher ein witziger Hingucker ist, war Anfang der Zwanziger Jahre in Deutschland tatsächlich das reguläre Zahlungsmittel. Und wer war dafür verantwortlich? Natürlich die Inflation! In diesem Blog-Post dreht sich alles um das Thema Geldentwertung, und wie du deine Ersparnisse vor diesem Schreckgespenst schützen kannst. 

Was ist eine Inflation?

Der Begriff „Inflation“ hat einen lateinischen Ursprung und leitet sich von den Wörtern „inflatio“ und „flare“ ab. Frei übersetzt bedeuten sie so viel wie „aufblähen“ oder auch „etwas aufblasen“. Und genau das passiert auch, wenn es in der Wirtschaft zu einer Inflation kommt: Die Preise für viele Produkte blasen sich auf, sie werden immer teurer. Von einer Inflation spricht man allerdings erst, wenn die Preise für alle Güter, also Produkte genauso wie Dienstleistungen, kontinuierlich teurer werden. So unterliegen beispielsweise Lebensmittel öfter Preisänderungen, was aber andere Ursachen haben kann. Wenn zum Beispiel die Ernte von Paprika aufgrund des Wetters zurzeit nicht so gut ausfällt, wird das Produkt im Supermarkt teurer, aber auch irgendwann wieder günstiger. Das sind normale Preisschwankungen. Von Inflation spricht man also nur dann, wenn man auch nachweisen kann, dass sich die Kosten für alle Güter dauerhaft erhöhen – mehr dazu später.

Für dich als Verbraucher bedeutet Inflation zunächst einmal, dass du für einen Euro nicht mehr so viel kaufen kannst wie noch zuvor – zumindest wenn deine Kaufkraft gleich bleibt, weil dein Arbeitgeber dein Einkommen nicht freundlicherweise ebenfalls erhöht hat. Dein Geld und natürlich auch das Geld von allen anderen Verbrauchern ist jetzt blöderweise weniger wert. Eine Inflation wird deshalb auch ganz einfach als Geldentwertung bezeichnet. Übrigens: Die deutsche Schreibweise „Inflation“ wurde 1929 zum ersten Mal in den Duden aufgenommen, also nur wenige Jahre nach den dramatischen Entwicklungen in der Weimarer Republik.

Was sind die Ursachen einer Inflation?

Wenn man sich die Ursachen für eine Inflation genauer betrachten möchte, lohnt sich wie gesagt ein Blick in das Deutschland der Zwanziger Jahre. Begonnen hatte die Inflation bereits während des Ersten Weltkrieges, als die Reichsbank begann, dem Staat aufgrund von Finanzschwierigkeiten immer mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Da die Gelddruckmaschinen nicht mehr still standen, gelangte immer mehr Geld in Umlauf, bis hin zu einzelnen Geldscheinen im Wert von mehreren Milliarden Mark. Die Folge: Eine extreme Geldentwertung setzte ein, bei gleichzeitigem Anstieg aller Preise. Dies gipfelte 1923 in der Weimarer Republik sogar in einer Hyperinflation, also der extremsten Version einer Inflation. Erst im August 1924 konnte die Inflation mit Einführung der Reichsmark gestoppt werden.

Heutzutage findet die Inflation natürlich nicht mehr in diesem Ausmaß statt. Bei einer „Angebotsinflation“ wird sie in erster Linie dadurch ausgelöst, dass Produktionskosten durch höhere Löhne oder teurere Rohstoffpreise steigen und die Mehrkosten dann an die Verbraucher weitergegeben werden. In der Folge können die Konsumenten nicht mehr dasselbe für das gleiche Geld erhalten, die Preise steigen und der Geldwert sinkt.

Auch eine „importierte Inflation“ kann für Geldentwertung im eigenen Land sorgen – so geschehen bei der Ölkrise Anfang der Siebziger Jahre, bei der sich der Preis des importierten Rohöls weltweit vervierfacht hatte. Eine ganz andere Form der Inflation entsteht eher in Hochkonjunkturphasen mit Vollbeschäftigung.

Bei der „Nachfrageinflation“ entstehen die Preissteigerungen, weil die liquiden Verbraucher zunehmend konsumieren wollen und die Produzenten die hohe Nachfrage nach Gütern nicht mehr decken können. Auch hier kommt es letztendlich zu Preissteigerungen und damit zur Geldentwertung.

Und wenn es statt Preiserhöhungen zu Preissenkungen kommt, spricht man von Deflation, also dem Gegenteil der Inflation. Hier werden die günstigen Preise durch eine sinkende Nachfrage ausgelöst. Leider werden diese zunächst positiven Preissenkungen für den Verbraucher schnell zu einem fiesen Boomerang: Da die Unternehmen weniger Umsatz haben und nicht mehr so viel investieren können, sind Wirtschaftskrisen und hohe Arbeitslosigkeit oftmals die Folge von Deflation.

Die Inflationsrate in Deutschland

Um die Inflationsrate (oder Deflationsrate) korrekt zu bemessen, müssen möglichst viele unterschiedliche Produkte in die Betrachtung mit einfließen – von Nahrungsmitteln über Kleidung bis zu Wohnkosten. Nur so entsteht ein Durchschnittswarenkorb, der die realistische Nachfrage der Verbraucher widerspiegelt. Mit diesem Korb kann ein Verbraucherpreisindex berechnet werden, der wiederum mit dem Index aus vorherigen Warenkörben verglichen werden kann. Die Inflationsrate ist also die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex. Sie wird monatlich neu in Deutschland vom Statistischen Bundesamt berechnet und veröffentlicht.

Die aktuelle Inflationsrate vom Juli 2021 liegt bei + 3,8 %. Das ist eine deutliche Steigerung zum Juni 2021 mit nur + 2,3 %. Es ergibt also Sinn, diese Zahl monatlich zu berechnen, da sie sich schnell verändern kann.

Für die Wirtschaft ist weder ein extremer Preisanstieg noch ein Preisverfall wünschenswert. Die Europäische Zentralbank als oberster Währungshüter ist für die Preisstabilität verantwortlich und soll für eine gute Wirtschaft sorgen. Sie definiert die ideale Inflationsrate für eine „gesunde“ Inflation mit knapp 2 %. Diese moderate Preissteigerung gilt als optimal. Sie sorgt dafür, dass die Wirtschaft wächst, weil Verbraucher mehr Geld ausgeben und dadurch den Konsum ankurbeln. Inflation ist also nicht automatisch etwas Schlechtes, in kleinen Dosen ist sie vielmehr der Antriebsmotor für eine florierende Wirtschaft.  

Die Inflation ist kein unaufhaltsamer Selbstläufer, sie kann durchaus von staatlichen Organen beeinflusst und gelenkt werden. Die Steuerung ist über diverse Instrumente möglich. So kann die Politik die Nachfrage nach Waren und das Angebot dieser durch Steuern und Investitionen beeinflussen und damit die Preise der Güter verändern. Notenbanken wiederum können den Leitzins erhöhen – dadurch werden Kredite nicht mehr so attraktiv und das Geld erhält wieder mehr an Wert. All diese Entscheidungen sind aber letztendlich auch bei Fachleuten umstritten. Grundsätzlich gilt: Eine Steuerung der Inflation bringt auch immer Nachteile mit sich.

Eine Katastrophe auf dem Sparbuch

Besonders hart trifft eine hohe Inflationsrate alle, die klassisch sparen, etwa mit einem Sparbuch. Denn auch wenn du die Inflationsrate im Alltag keinen großen Einfluss auf den Konsum der meisten Verbraucher hat, verhält es sich bei langfristigen Sparplänen anders.

Hier greift das Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein, denn die schleichende Inflation sorgt nicht nur dafür, dass du im Endeffekt nichts sparst, sie lässt dein Erspartes sogar schrumpfen! Der Grund: Seit 2017 liegt die Inflationsrate deutlich über den Sparzinsen. Jedes Sparkapital ist also einer ständigen Wertvernichtung ausgesetzt. Dazu kommt, dass man Verluste auf dem Sparbuch, die durch Inflation entstehen, nicht in seiner Steuererklärung geltend machen kann.

Dazu ein Rechenbeispiel: Gehen wir von einer Inflationsrate (also einer Preissteigerung) von 2 % aus. Der 100-Euro-Schein, den du heute in der Hand hältst, könnte schon im nächsten Jahr also nur noch 98 Euro wert sein. Bei einem Sparbuch erhältst du nur mickrige Zinsen, etwa 0,5 %. Bei einer Inflationsrate von 2 % machst du also dauerhaft ein Minus von 1,5 %. Auf deinem Konto werden zwar zinsbedingt nach einem Jahr 10.050 Euro liegen, aber inflationsbedingt kannst du davon nicht mehr soviel kaufen. Der tatsächliche Wert deiner Spareinlage beträgt nämlich nur noch 9.850 Euro – und das, obwohl du es dauerhaft auf einem Konto liegen lässt und deine Bank mit dem Geld arbeiten kann! 

Wie kann ich mich vor Inflation schützen?

Grundsätzlich gilt: Ein gutes finanzielles Polster ist immer ein starkes Schwert im Kampf gegen die Inflation. Baue es dir für die Zukunft auf und schaffe so Rücklagen. Dafür kann sich zum Beispiel die Investition in Aktien/ETFs eignen, denn sie zählen genau wie Gold und Immobilien zu den Sachwertanlagen und gelten auch in Zeiten hoher Inflation als gute Absicherung vor dem Verlust des Vermögens. 

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