Geld

Warum können Millennials nicht sparen?

22 Juli, 2020 - von Dasha

5 min

Viele junge Menschen in Deutschland machen sich Sorgen um ihre Altersvorsorge. Jedoch spart nur ein Drittel der 17- bis 27-Jährigen für ihre Rente. Das hat die Metallrente Jugendstudie im Jahr 2019 festgestellt. Aber warum sparen wir Millennials nicht? Das berühmteste Gerücht ist, dass wir unser Geld lieber für Partys und Avocados ausgeben und keine Verantwortung übernehmen. Das stimmt so jedoch nicht ganz. In diesem Artikel sind Gründe zusammengetragen, warum Millennials sich nicht um ihre finanzielle Zukunft kümmern (können). 

1. Niedriges Einkommen

Die Studie "Under Pressure: The Squeezed Middle Class" der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OWZE) hat sich das durchschnittliche Einkommen der Millennials in 36 Industrienationen angesehen. In Deutschland kam dabei raus, dass junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren im Durchschnitt ein Nettoeinkommen von 1.700 € haben. Für uns Millennials wird es also immer schwerer, den Lebensstil unserer Eltern zu erreichen. Obwohl wir im Durchschnitt besser ausgebildet sind, verdienen wir nicht mehr als die Generation der Babyboomer. Wir haben jedoch größere Ausgaben. Dazu gehört vor allem der Immobilienmarkt. Das heißt, viele junge Leute können es sich einfach nicht mehr leisten ein eigenes Haus zu kaufen oder zu bauen. Denn die Preise für Häuser sind laut der Studie in den letzten zwei Jahrzehnten dreimal so schnell gestiegen, wie das Einkommen der Mittelschicht.

2. Sinnstiftende Arbeit ist der Trend

Wenn es um den Beruf geht, wollen Millennials einfach mehr. Dies zeigt die dänische Studie „Working Better Together“, die durch anonymes Mitarbeiterfeedback 2,4 Millionen Datenpunkte in Deutschland gesammelt hat. Dabei gaben nur zwei von fünf Millennials an, dass sie ihren Job als sinnstiftend betrachten. Die Studienautoren begründen dies damit, dass junge Arbeitnehmer den Zielen eines Unternehmens viel kritischer gegenüberstehen. Denn Millennials haben hohe Erwartungen. 

Im Wettbewerb um Talente bemühen sich inzwischen viele Arbeitgeber darum, „ein möglichst inspirierendes Arbeitserlebnis für Mitarbeiter zu schaffen“. Vor allem in dem IT-Sektor wird dies klar. Man denke nur an Google und Tischtennisplatten am Arbeitsplatz. Für Millennials ist es inzwischen die Norm, viel flexiblere Arbeitszeiten, Innovation am Arbeitsplatz und flache Hierarchien zu erwarten. Somit entscheiden sich viele junge Arbeitnehmer länger schlechter bezahlte Stellen anzunehmen, wenn sie dafür die oben genannten Vorteile genießen können.

3. Fehlende finanzielle Bildung

Vielen jungen Leuten fehlt es auch einfach an finanzieller Bildung. In der Schule werden Themen wie Investieren, Steuern und Budget so gut wie gar nicht angesprochen. Dementsprechend haben viele keine Ahnung von Geld, wenn sie ihr Elternhaus verlassen. Es ist daher kein Wunder, dass Millennials kein Geld zur Seite legen, wenn sie gar nicht erst wissen, welche Möglichkeiten sie haben. Und so verpulvern sie ihr Geld. Viele junge Leute denken gar nicht erst an das Investieren als Alternative zum Sparen oder welche anderen Anlagen zur Verfügung stehen. Dies ist natürlich schade, denn je früher man anfängt, desto mehr hat man Zeit, den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen. 

4. An den Avocados ist wohl doch was dran

Geringes Einkommen, Skepsis und fehlende finanzielle Bildung machen es den Millennials nicht einfach. Und es ist somit doch auch kein Wunder, dass die Motivation zur Vorsorge bei vielen fehlt. Laut der Deloitte Studie blicken die meisten jungen Leute mit Pessimismus in die Zukunft. Angst vor Krieg, Terror und dem Klimawandel geben den Ton an und dann ist es auch verständlich, dass Millennials lieber im Hier und Jetzt leben und mit verschlossenen Augen durch die Welt gehen. Es ist einfacher, sich ein Avocadotoast zu schmieren, als sich mit der potenziellen Altersarmut auseinanderzusetzen. Das ist zumindest mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation während Corona mehr als nachvollziehbar. 

Was kann da gemacht werden?

Die OWZE sieht die Politik in der Pflicht. Es müsse günstiger Wohnraum geschaffen werden, sodass junge Menschen sich eine gute Lebensqualität leisten können. Denn so kann erst die Motivation entstehen, sich um die Zukunft zu kümmern. Außerdem ist es wichtig, dass Kinder schon in der Schule lernen, praktisch an Finanzen ranzugehen. Zudem sollten sich Unternehmen an moderne IT-Firmen halten, und ihre Unternehmensstrukturen erneuern, wenn sie mehr junge Leute einstellen wollen. 

Wir Millennials werden häufig als faul und verwöhnt bezeichnet, doch das sehe ich nicht so. Eher im Gegenteil – wir suchen leidenschaftlich nach einer neuen Zukunft. Ich bin mir sicher, dass unsere Generation zu einer Umstrukturierung des Arbeitsmarktes beiträgt, in der wir unsere Zukunft selber gestalten können. Eventuell brauchen wir noch einen kleinen Stoß in die richtige Richtung. ;)

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Über Dasha, den/die Autor/in

Dasha (26) beeindruckt andere nicht nur mit ihrem Gesang und ihrer Kreativität, sondern viel mehr mit ihrem Geschick, umständliche (Investment-)Themen für jeden verständlich zu machen. Das beweist sie euch immer wieder hier im Blog!

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