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Freiberuflich arbeiten und Steuern zahlen: Steuererklärung für Selbstständige

24 März, 2020 - von Nele

5 min

Handwerker, Hebammen und Werbetexter: Sich selbst zum eigenen Chef zu machen ist für immer mehr Berufstätige eine echte Alternative zum Angestelltenverhältnis und liegt voll im Trend eines veränderten Arbeitsmarktes. So ist die Zahl der deutschen Selbstständigen in den letzten zehn Jahren auf etwa 1,43 Millionen Menschen gestiegen – ganze 85 % davon sind zufrieden mit diesem Schritt. Könntest du dir auch vorstellen, freiberuflich zu arbeiten oder tust du es vielleicht schon? Fakt ist, dass die Selbstständigkeit neben diversen Freiheiten auch viele Herausforderungen und Pflichten mit sich bringt: auch beim Thema Abgaben. Diverse Tipps zur Steuererklärung für Selbstständige findest du in diesem Artikel!

Deutschland und seine Steuern

Das heutige Steuersystem ist die Haupteinnahmequelle Deutschlands und wurde vom Prinzip her etwa 1891 in Preußen eingeführt. Die Steuerlast von Selbstständigen und angestellten Arbeitnehmern wird allerdings unterschiedlich berechnet: Ein festangestellter Arbeitnehmer verpflichtet sich mit einem Arbeitsvertrag, der alles regelt: das Einkommen, die Pflichten (etwa Arbeitszeiten), aber auch Rechte (wie Urlaubsanspruch). Etwa 21 % des Bruttogehaltes behält der Arbeitgeber für Sozialversicherungsbeiträge ein – übrig bleibt das Nettogehalt, welches auf das Konto des Arbeitnehmers wandert. Viele Arbeitnehmer beschäftigen sich daher nur mit dem Thema Steuern, wenn die jährliche Steuererklärung ansteht.

Anders beim Selbstständigen: Er kann selbst bestimmen, ob, wie lange und zu welchen Konditionen er eine Tätigkeit annimmt. Dafür zahlt er alle Sozialversicherungsbeiträge selbst. Wenn du selbstständig arbeitest, solltest du dich gut in das Thema Steuern einlesen – es ist ein wichtiger Bestandteil deiner Berufstätigkeit. Und es lohnt sich: Je mehr du darüber weißt, desto mehr kannst du sparen.

Selbstständige zahlen Umsatzsteuer

Selbstständige müssen Einkommensteuer bezahlen. Dazu reichst du einmal im Jahr eine Einkommensteuererklärung bei deinem zuständigen Finanzamt ein – in der Regel bis Ende Mai des Folgejahres. Verdienst du mit deiner Tätigkeit mehr als 22.000 €, bist du darüber hinaus auch umsatzsteuerpflichtig. Die gesamte Mehrwertsteuer, die du eingenommen hast, musst du in deiner Umsatzsteuer-Voranmeldung angeben und anschließend an das Finanzamt überweisen. Der Regelsteuersatz für diese Steuer beträgt 19 % (in bestimmten Fällen auch 7 %). Dieser wird auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen und vom Auftraggeber bezahlt. Wie oft die Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss, hängt von der Höhe der erzielten Einkünfte ab. Vielen Selbstständigen wird es zum Verhängnis, dass die gesammelten Mehrwertsteuern erst Monate später abgeführt werden müssen. Von der Umsatzsteuer kannst du dich auch befreien lassen: Das geht, wenn du im Gesamtjahr Umsätze erzielst, die unter 22.000 € bleiben und dich dein Finanzamt entsprechend als Kleinunternehmer einstuft.

Tipp: Erfasse deine Einnahmen das gesamte Jahr über akribisch in der Buchhaltung und lege die erhaltenen Mehrwertsteuerbeträge nach Möglichkeit direkt auf ein Extrakonto ab, damit das Geld zum Zahlungstermin verfügbar ist. 

Bei der Steuererklärung für Selbstständige kannst du viel absetzen

Wenn du als Selbstständiger möglichst günstig durchs Geschäftsjahr kommen willst, solltest du wissen, was du absetzen kannst. Denn alle Dinge, die du bezahlst, damit du deiner Tätigkeit nachgehen kannst, verkleinern deinen Gewinn, was wiederum weniger Steuerlast verursacht. Betriebsausgaben (oder auch Werbungskosten) auf der Steuererklärung sparen also gutes Geld. Aber welche Kosten sind relevant, bzw. werden vom Finanzamt anerkannt? Grundsätzlich solltest du alle Betriebsausgaben angeben: Die Klassiker sind natürlich alle direkten Arbeitsmittel wie Computer, Drucker, Telefonie, aber auch Fahrten zum Auftraggeber mit einem Mietwagen sollten auf der Steuererklärung nicht fehlen. Lass dir Bewirtungsbelege ausstellen, wenn du dich mit einem Geschäftspartner in einem Lokal triffst. Auch Einzahlungen für die Altersvorsorge, größere Anschaffungen wie Autos und sogar Geschenke an Kunden bis zu 35 € können komplett abgesetzt werden.

Gesund durchs Geschäftsjahr: die Krankenversicherung

Grundsätzlich muss sich jeder Selbstständige krankenversichern, er kann seit über zehn Jahren selbst entscheiden, ob er sich privat versichert oder zu einer gesetzlichen Krankenkasse geht. Im Gegensatz zu festangestellten Arbeitnehmern muss er die Beiträge komplett selber tragen – hier können schnell hohe Kosten auflaufen, die auch bei schlechterer Auftragslage gedeckelt werden müssen. Die Frage nach der besten Krankenversicherung für Selbstständige kann nicht pauschal beantwortet werden – dies ist immer individuell und hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie zum Beispiel der Kinderplanung, ab. Hol dir auf jeden Fall unterschiedliche Angebote von verschiedenen Anbietern ein, die perfekt auf dich und deine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Übrigens: Wenn du noch am Anfang der Selbstständigkeit stehst und mit wenigen Einnahmen rechnest, solltest du prüfen, ob du dich familienversichern lassen kannst.

Heute schon an morgen denken: deine Altersvorsorge

Im Gegensatz zu Festangestellten sind Selbstständige bisher nicht über ein Rentensystem pflichtversichert. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 19 % aller Solo-Selbstständigen nicht über ausreichende Rücklagen für die Zeit nach dem Berufsleben verfügen. Um der drohenden Altersarmut zu begegnen, soll die Altersvorsorge auch für Selbstständige ab 2020/21 zur Pflicht werden. Grundsätzlich gilt: In Zeiten immer kleiner werdender Renten lohnt es sich für jeden, das Thema Altersvorsorge so früh wie möglich anzugehen – auch mit Peaks kannst du langfristig etwas fürs Alter tun, indem du regelmäßig kleine oder große Beträge zurücklegst. 

Zu guter Letzt: allgemeine Tipps

Für selbstständige Künstler und Publizisten (z. B. Schauspieler und Journalisten) ist die Künstlersozialkasse eine gute Wahl. Wer dort aufgenommen wird, kann auf einen ähnlichen Schutz bei Krankheit und Alter zurückgreifen, wie es bei Festangestellten der Fall ist.

Rückenprobleme aufgrund von sitzender Tätigkeit oder ein Verkehrsunfall – Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Eine Berufsunfähigkeitsrente ist deshalb auch für Selbstständige unverzichtbar, denn sie sorgt für finanzielle Absicherung und ist ein entscheidendes Fundament, damit langfristige Sparpläne weiterhin bedient werden können. Je jünger du bist, wenn du sie abschließt, desto besser sind die Konditionen.

Das deutsche Steuersystem ist eines der kompliziertesten der Welt und wird ständig verändert. Wenn du dich auf das Wesentliche – deine Arbeit – konzentrieren möchtest, solltest du dir einen Profi für die Steuerangelegenheiten suchen. Ein guter Steuerberater sorgt dafür, dass du viel Geld sparst und ist seinen Preis in jedem Fall wert!

 

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