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    Wie lange hält ein Bärenmarkt durchschnittlich an?

    09 Juni, 2022 - von Nele

    6 min

    Wenn du dich für Aktienmärkte interessierst, hast du bestimmt schon die Begriffe Bullenmarkt und Bärenmarkt gehört. Wir sagen dir, wie der „gefürchtete“ Bärenmarkt entsteht, wie du dich dann am besten verhältst und wie lange er durchschnittlich anhält.

    Was ist ein Bärenmarkt?

    Aus Sicht der Börse sind alle Marktteilnehmer „Bullen“ oder „Bären“, die den Markt beeinflussen. Im Gegensatz zu einem Bullenmarkt, bei dem die „bullish“ Marktteilnehmer optimistisch sind, mehr investieren und dadurch die Kurse in die Höhe treiben, gilt bei einem Bärenmarkt genau das Gegenteil: Ein Bärenmarkt steht also für eine fallende und damit negative Entwicklung. Als Richtwert gilt hier, dass die Aktien in den letzten beiden Monaten um mindestens 20 % gefallen sind. Dieser anhaltende Pessimismus kann außerdem dafür sorgen, dass er andere ansteckt und sich dadurch der Abwärtsimpuls noch weiter verstärkt. 

    Wie entsteht ein Bärenmarkt?

    Dafür ist die Überzahl von pessimistischen Anlegern verantwortlich, die von schlechten Entwicklungen, also von Kursrückgängen, ausgehen. Diese Einschnitte werden übrigens auch als „Baisse“, (französisch für Rückgang oder Senkung) bezeichnet. Die „bearish“ eingestellten Anleger reagieren auf ihre negative Erwartungshaltung, indem sie beispielsweise Verkaufsoptionen kaufen oder Leerverkäufe tätigen. Damit wird letztendlich der gesamte Markt in den Abwärtstrend gebracht, denn durch dieses Verhalten entstehen immer fallende Kurse.

    Natürlich kommen die schlechten Gefühle der Anleger in der Regel nicht von ungefähr. Häufig geht eine schwächelnde Wirtschaft und eine damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit einem Bärenmarkt voraus. Nicht immer muss aber eine Rezession auf einen Bärenmarkt folgen – in den letzten Jahren war das „nur“ in etwa 70 % der Fälle tatsächlich so. Auch Kriege, gesellschaftliche Unruhen, globale Wirtschaftskrisen oder Ereignisse wie eine Pandemie können Auslöser für einen Bärenmarkt sein. Manchmal entsteht er auch ohne Anlass und quasi aus dem Nichts. Das gilt dann, wenn zu viele Anleger unüberlegte Aktionen auslösen und so eine Eigendynamik verursachen, die in einen Bärenmarkt führt. 

    Wie verhalte ich mich in einem Bärenmarkt?

    Bevor wir unser Verhalten auf einen Bärenmarkt anpassen, sollten wir erst einmal schauen, was die Situation eigentlich mit uns macht. Britische Forscher haben herausgefunden, dass finanzielle Verluste dieselben Areale im Gehirn triggern wie körperliche Schmerzen – das ist der Grund, warum wir so emotional reagieren. Gleichzeitig wird unser Fluchtreflex aktiviert, was dafür sorgt, dass ein Herdentrieb entsteht, bei dem viele Anleger möglichst schnell nur noch verkaufen wollen. Und drittens fokussieren wir uns in einem Angst- und Unsicherheitszustand zu sehr auf negative Nachrichten, die insbesondere von den Medien gestreut werden, während wir andere wichtige Informationen ausblenden oder nur wenig beachten. 

    Bei einem Bärenmarkt gilt daher: Bleib entspannt! Lass dich nicht von negativen Gefühlen leiten, sondern von rationalen Gedanken – gewinne emotionalen Abstand. Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Aufschwung. Das gilt besonders für Bärenmärkte, die immer nur eine relativ kurze Zeit auftreten (dazu später mehr in diesem Blogpost). Darüber hinaus sind Kursschwankungen an der Börse völlig normal und werden immer vorkommen. Plane daher deine Strategie in einem Bärenmarkt grundsätzlich mit ruhiger Weitsicht, statt aufgeregt ständig die Kurse zu checken.

    Behalte im Hinterkopf: Je langfristiger dein Anlagehorizont ist, desto besser bist du in Krisen gewappnet. Auch in einem Bärenmarkt kannst du grundsätzlich investieren, aber setze dafür wie immer nur Geld ein, dessen Verlust du dir auch leisten kannst.

    Wenn du einen langen Anlagehorizont hast, kannst du bei schwankenden Kursen möglicherweise vom Cost Average Effekt profitieren. Damit kannst du von den niedrigen Preisen in der Krise profitieren und auf lange Sicht deine Kosten beim Kauf von Anteilen senken. 

    Wie lange dauert ein Bärenmarkt an?

    Bärenmärkte sind zum Glück keine Phänomene, die besonders lange dauern. Nach jedem Bärenmarkt gab es in der Vergangenheit meist sehr schnelle, starke Aufwärtsbewegungen. Generell lässt sich sagen, dass sie sich nicht so lange halten wie Bullenmärkte. Der durchschnittliche Zeitraum eines Bärenmarktes liegt bei weniger als 10 Monaten (289 Tage). Viele von ihnen dauerten Monate, einige sogar Jahre. Nach dem 2. Weltkrieg haben Aktienmärkte noch etwa zwei Jahre gebraucht, bis sie sich von Krisen erholt haben. In den letzten Jahrzehnten sind diese Phasen jedoch deutlich kürzer geworden.

    Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen aus den USA beinhaltet. In unserer Abbildung kannst du sehen, dass es nach jeden Bärenmarkt auch wieder einen Aufschwung gab – und das relativ zügig. Wie lange wir allerdings noch in einem Bärenmarkt sind, kann niemand genau sagen. Dafür fehlt die Glaskugel.

    Übrigens: Der längste Bärenmarkt hat die Menschen von 1937 bis zum April 1942 beschäftigt. Er dauerte 61 Monate und lag in einer schweren US-Wirtschaftskrise, deren Ursprung auch als „Great Depression“ bekannt ist.

    S&P 500: Steigende Aktienpreise nach Kurseinbrüchen

    Entwicklung des S&P 500 

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    Bärenmarkt-Checkliste

    Bereit, jedem Bärenmarkt zu trotzen? Hier noch einmal die wichtigsten Facts auf einen Blick:

    1. Die Geschichte hat gezeigt, dass es in der Regel zu starken Aufwärtsbewegungen in den Märkten kommt, wenn Bärenmärkte enden. Heutzutage dauern sie durchschnittlich etwa 6 Monate.   
    1. Vermeide Panik und lass dich in einem Bärenmarkt nicht von negativen Emotionen und Medienberichten leiten – entwickle emotionalen Abstand davon. 
    1. Checke nicht panisch alle 5 Minuten die Kurse, sondern plane deine Strategie für den Bärenmarkt rational und sachlich.
    1. Längerfristige Investments sind generell zu empfehlen und auch besser vor Verlusten geschützt.
    1. Die US-Investorenlegende Warren Buffett hat ein Vermögen von 112 Milliarden US-Dollar – er hat stets während eines Bärenmarkts eingekauft und die Aktien so lange liegen gelassen, bis er sie wieder mit Gewinn verkaufen konnte.
    1. Du kannst grundsätzlich auch auf einem Bärenmarkt weiterhin investieren, aber gehe keine Risikogeschäfte ein – investiere nur, was du erübrigen kannst!

    Sei dir bewusst, dass Investieren Risiken birgt und du deine Investments (zum Teil) verlieren kannst.

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    Über Nele, den/die Autor/in

    Nele findest du entweder in Sporthallen oder am Herumreisen in anderen Ländern. Dabei ist sie immer auf der Suche nach neuen interessanten Themen und Geschichten, die sie allen Peakern im Blog vorstellen kann!

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