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    Finanzielle Freiheit

    So kannst du deine Rentenlücke berechnen und schließen

    09 März, 2022 - von Nele

    8 min

    Eigentlich ist es ganz einfach: Wir arbeiten eine bestimmte Zeit und zahlen regelmäßig in ein System ein. Wenn wir alt sind, und nicht mehr arbeiten können, nutzen wir dieses zurückgelegte Geld und finanzieren so unseren Ruhestand. Eine gute Idee, in der Praxis ist es allerdings komplizierter, denn wir haben ein solidarisches Prinzip: Das Geld, das du gerade einzahlst, bekommt jemand, der bereits in Rente ist. Und du wiederum bekommst später das Geld, das hoffentlich von einer jüngeren Generation in die Rentenkasse eingezahlt wurde.

    Eines jedenfalls steht schon jetzt fest: Die gesetzliche Rente in Deutschland wird von Jahr zu Jahr kleiner ausfallen. So gehen Experten davon aus, dass Rentner hierzulande bis ins Jahr 2033 nur noch etwa 45 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens zur Verfügung haben werden. Diese zugegebenermaßen beunruhigende Diskrepanz wird als „Rentenlücke“ bezeichnet. Was es damit auf sich hat und was du dagegen tun kannst, um deinen Lebensstandard auch im Alter auf einem möglichst hohem Niveau zu halten, erfährst du in diesem Blogpost.

    Wer bekommt in Deutschland eigentlich Rente?

    Bevor wir uns näher mit dem Thema Rentenlücke befassen, sollten wir erst einmal die Personen definieren, die es auch betrifft: also alle Menschen, die Leistungen aus der Rentenkasse beziehen. Die Rente ist ein Ersatz für das Einkommen und dient der Altersversorgung. Damit ist sie zwangsläufig mit deiner Erwerbstätigkeit verknüpft. Du kommst also nur in den Genuss einer monatlich ausgezahlten Rente, wenn du vorher auch in die Rentenkasse eingezahlt hast. 

    Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung bleibt auch 2022 weiterhin stabil bei 18,6 Prozent. Als Arbeitnehmer trägst du davon 9,3 Prozent selbst, die übrigen 9,3 Prozent führt dein Arbeit­geber ab. Ein Beispiel: Wenn dein Bruttoeinkommen 4.000 € beträgt, wandern 372 € davon jeden Monat in das Rentensystem.

    Ausbezahlt bekommst du die Rente natürlich erst, wenn du das Rentenalter erreicht hast. Bei Versicherten, die nach 1964 geboren sind, liegt die Regelaltersgrenze derzeit bei 67 Jahren. Diese Altersgrenze ist übrigens in den letzten Jahren erhöht worden. Wenn du die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren eingehalten hast, hast du also mit 67 Anspruch auf eine Rente ohne Abzüge. Dies ist der klassische Weg, es gibt auch andere Modelle abzugsfrei in Rente zu gehen, dazu zählt die „Rente mit 63“ oder auch die Rente für besonders langjährig Versicherte, die zum Beispiel mit 18 ihren Beruf aufgenommen haben und 45 Jahre eingezahlt haben.

    Grundsätzlich hast du die Möglichkeiten früher in Rente zu gehen, allerdings musst du dann in aller Regel finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Hier kannst du online deinen frühestmöglichen Rentenbeginn berechnen. 

    Was ist eine Rentenlücke?

    Wer sich heute nur auf die staatliche Rente verlässt, wird an seinem Lebensabend höchstwahrscheinlich keine großen finanziellen Sprünge machen können. Die sogenannte Rentenlücke (manchmal auch Versorgungs-, Vorsorgelücke oder Renten Gap) bezeichnet daher den Unterschied zwischen den Rentenleistungen, die du vermutlich erhalten wirst, und dem Betrag, den du vor dem Renteneintritt als Arbeitnehmer zur Verfügung hattest. Oder anders ausgedrückt: Es ist die Differenz, die zwischen deinem letzten monatlichen Nettoeinkommen und deiner Rente aus der gesetzlichen Altersversorgung liegt. Bei der Definition der Rentenlücke sollte übrigens nicht nur die gesetzliche Altersversorgung herangezogen werden. Auch betriebliche und private Vorsorgemaßnahmen sollten stets berücksichtigt werden, um ein komplettes Bild der Lage zu erhalten. 

    Der Finanzmangel, den die Rentenlücke bezeichnet, muss natürlich nicht automatisch auch als negativ empfunden werden. Schließlich ist der Betrag, den du benötigst, um deine Versorgung und deine Bedürfnisse zu finanzieren, nie eine absolute und stetig gleichbleibende Größe. Vielleicht benötigst du als Rentner weniger Geld, weil sich deine Ansprüche verändern. Darauf ankommen lassen solltest du es aber nicht, denn wenn es um die staatliche Rente geht, sind sich alle Experten einig: Wer heute nicht zusätzlich privat vorsorgt, läuft große Gefahr in die Spirale der Altersarmut zu geraten.

    Entsteht durch die Elternzeit eine Rentenlücke?

    Elternzeit ist eine Auszeit vom Job, auf die du ein Anrecht hast, wenn du dein Kind betreuen und erziehen möchtest. Dazu muss dich dein Arbeitgeber pro Kind bis zu 3 Jahre freistellen – in dieser Zeit musst du nicht arbeiten, erhältst allerdings auch einen geringeren Lohn (und das nur im ersten Jahr). Vor einer Kündigung bist du allerdings gut geschützt; in der Regel kehren Arbeitnehmer aus der Elternzeit heraus wieder an ihren vorherigen Arbeitsplatz zurück. 

    Finanziell gilt Folgendes: In der Elternzeit kannst du oder dein Partner Elterngeld beantragen, um die ausbleibende Arbeitsvergütung finanziell abzufangen. Jeder Elternteil hat einen Anspruch auf Elterngeld, der bei maximal 12 Monaten liegt. Wenn ihr euch dazu entscheidet, gemeinsam zu Hause zu bleiben, könnt ihr auch gleichzeitig Elterngeld beziehen, dann verlängert sich der Bewilligungszeitraum auf 14 Monate.   

    Wie aber wirkt sich die Elternzeit auf die Rentenlücke aus? Schließlich bist du ja nicht im klassischen Sinne erwerbstätig, wenn du dich zuhause um dein Kind kümmerst. Gehen wir davon aus, ihr bleibt beide zuhause und erfüllt damit den „Tatbestand der Erziehung“, wie es im Fachjargon heißt. Da die Kindererziehungszeit generell nur bei einem Elternteil für die Rente angerechnet wird, muss man wissen, dass das entsprechende Gesetz (§ 56 Abs. 2 SGB VI) hier grundsätzlich zugunsten der Mutter entscheidet – bei ihr wird folglich die Kindererziehungszeit auf ihrem Rentenkonto angerechnet. Der Vater, der sein Kind erzieht und Elterngeld bezieht, zahlt dagegen nicht in die Rentenkasse ein und vergrößert damit automatisch seine Rentenlücke. Als Vater musst du also abwägen, ob du diesen Zeitraum später nacharbeitest oder eine geringere Rente in Kauf nimmst.

    Es gibt aber noch eine Lösung, bei der beide Elternteile per Antrag eine gemeinsame Erklärung abgeben können, mit der auch der Vater zumindest einen Teil der Erziehungszeit gutgeschrieben bekommt. Das Formular kannst du hier downloaden. Grundsätzlich solltest du dich bei allen Fragen rund um dieses wichtige Thema bereits im Vorfeld von einem Experten beraten lassen. 

    Wie kannst du die Rentenlücke berechnen?

    Laut eines Berichts der Sparkasse liegt die durchschnittliche Rentenlücke bei Männern und Frauen über 65 Jahren in Deutschland bei etwa 53 Prozent. Damit liegen wir hierzulande sogar noch über dem Durchschnitt in der EU, der 38 Prozent beträgt. Da sich mit dem Eintritt der Rente bei den meisten Menschen größere finanzielle Veränderungen ergeben, solltest du die Rentenlücke auch schon im Auge behalten, wenn du noch jünger bist. Wenn du weißt, wie hoch deine Lücke später sein wird, kannst du deine Altersvorsorge schon jetzt privat ausbauen und an den richtigen Stellschrauben anpassen und optimieren.

    Um deine Rentenlücke zu berechnen, benötigst du zwei Werte:

    • Dein aktuelles (Netto-)Gehalt, das als Grundlage zur Berechnung herangezogen wird
    • Deine zukünftige Rentenauszahlung in Netto (eine Prognose, die du heute berechnen kannst)

    Deine Rentenlücke ist der Betrag, der dir nach Renteneintritt weniger zum Leben zur Verfügung stehen wird – also die Differenz zwischen deinem Nettogehalt im Vergleich zur Nettorente. Im Internet gibt es kostenlose Tools, mit denen du deine Rentenlücke berechnen kannst. Einen umfassenden Rentenlücken-Rechner, der mit grafischen Diagrammen arbeitet und auch die Inflation und die Gehaltssteigerung berücksichtigt, findest du beim Deutschen Institut für Altersvorsorge. 

    Wie kannst du die Rentenlücke schließen?

    Da die staatliche Rente höchstwahrscheinlich zu niedrig sein wird, um deinen Lebensstandard beizubehalten, solltest du so früh wie möglich anfangen, auch privat fürs Alter vorzusorgen. Dabei hilft dir eine einfache Formel, um die Rentenlücke zu schließen: Fange mit 30 Jahren an, etwa 15 % deines Nettoeinkommens zur Seite zu legen. Wenn du jünger bist, kannst du den Anteil auch etwas nach unten anpassen. Zusammen mit der gesetzlichen Rentenversicherung solltest du dann ca. 80 % deines Nettoeinkommens auch in der Rente beziehen können – und somit deine Rentenlücke auf 20 % reduziert haben.

    Eine gute Möglichkeit, kleine und/oder große Beträge regelmäßig zur Seite zu legen und die Rentenlücke zu schließen, hast du mit Peaks. Mit einem garantiert diversifizierten Portfolio investierst du automatisch in 6 verschiedene Indexfonds auf der ganzen Welt und verminderst so deutlich die Risiken, die das Investieren mit sich bringt. 

     

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